Graffitikataster

Graffitikataster

Das Graffittikataster ist eine grafische Datenbank für Graffiti. Die Idee dahinter ist, das Auftreten von Grafitti zu visualisieren und ein Bewußtsein für Grafitti zu schaffen. Graffitti kann Kunst sein – ist es aber in der Regel eher nicht. Vielfach ist es nicht mehr als eine visuelle Duftmarke einer Sprayer-Subkultur, die mittels Spraydose hier und da “ihr Beinchen hebt”. Die Diskussion rund um die Frage, was ist Kunst, was ist Vandalismus und  kann Graffiti beides gleichzeitig sein wird sicherlich nie abreißen. Hier gilt das Zitat von Karl Valentin: “Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.” Wir werden daher ein Forum einrichten, in dem dies dann auch ausführlich diskutiert werden kann.

Sachbeschädigung?

Die meiste Graffiti ist Sachbeschädigung – Aunahmen bilden nur die Spray-Aktionen auf ausgewiesenen Flächen nach vorheriger Erlaubnis. Sachbeschädigung können zivilrechtlich geahndet werden und auch strafrechtlich verfolgt werden. Um hier einmal einen Einblick zu geben, soll die Möglichkeit gegeben werden, zu den einzelnen Graffittis auch einmal Strafmaß und Schadenshöhe anzugeben. Man kann sich in etwa vorstellen, was es kosten würde, 25 Autos neu zu lackieren – wie es mit Hauswänden, Durchgängen, Straßenschildern, etc steht, ist vielleicht nicht jedem bewußt. Bei größeren Flächen sind 28€ pro Quadratmeter ein Richtpreis zuzüglich Anfahrt und Rüstkosten – bei Klein-Grafitti kann man mit Pauschalpreisen um 85.- € rechnen. Es gibt daher die Möglichkeit, einmal die Projekte zur Entfernung vorzustellen und die Kosten vorzustellen.

Ermittlungserfolge

Auf überführte Täter wartet in vielen Fällen ein Verfahren wegen gemeindlicher Sachbeschädigung. Dies trifft z.B. bei der Verzierung öffentlicher Denkmäler, Naturdenkmäler und Gegenstände zu. Diese Taten werden mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet. Hinzu kommt in der Regel eine zivilrechtliche Klage, die bei Erfolg den Täter zum Schadensersatz verpflichten kann. Zum Kataster gehört daher auch eine Rubrik zu Ermittlungserfolgen im Zusammenhang mit Graffiti.

Mitmachen

Wir arbeiten an einer Möglichkeit, Bilder hochzuladen, so dass das Kataster von vielen gefüllt werden kann. Bis dahin bitten wir Fotos und Adresse einfach per E-Mail einzusenden.

2 Gedanken zu “Graffitikataster

    • Hallo, Kunst liegt ja gerne im Auge des Betrachters. Wenn ich z.B. an “Verschönerung des Bahnhofs” denke, dann sind schlecht leserliche 3-Buchstaben-Tags nicht das erste, was mir da einfiele.
      Es ist auch nicht so, dass die meiste Graffiti – und das was dazugehört – mit der Absicht der Verschönerung oder im Bewußtsein künsterlischen Schaffens angebracht werden würde. ACAB z.B. – “All Cops Are Bastards” übersetzt etwa “alle Bullen sind Bastarde” http://de.wikipedia.org/wiki/A.C.A.B. ist eher eine politische Aussage – und tendenziell eine Bekundung einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Rechtsstaat und seinen Organen, mithin eine Kritik am staatlichen Gewaltmonopl und implizit ein Aufruf zur pro Anarchie und Selbstjustiz. Das muss man im Stadbild nicht mögen – und ob das unter “schön dass Jugendliche sich für Politik zu interessieren beginnen” fällt, da bin ich mir auch nicht sicher.

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